Archiv der Kategorie 'Antifaschistische Aktion (Aufbau) Mannheim'

Bericht zu den Gegenprotesten am 24.11. in Kaiserslautern

Anlass für die Mobilisierung nach Kaiserslautern war die erneute Anmeldung einer Demonstration der Faschisten des Nationalen Widerstands Zweibrücken, der Kameradschaft Rheinhessen und der Partei Die Rechte durch die Innenstadt von Kaiserslautern.
Beim letzten Mal gelang es den Nazis eine Polizeikette zu durchbrechen, um daraufhin Journalisten und GegendemonstrantInnen anzugreifen. Ihre Route konnten sie wegen entschlossenem antifaschistischem Widerstand trotzdem nicht laufen. Es folgte keine Pressemitteilung der Polizei.

Am Kundgebungsort der Gegenveranstaltung angekommen, wurden einige Redebeiträge verlesen und Musik gehört. Kurz bevor sich die Veranstaltung auflöste, formierte sich ein Block, bereit für eine Spontandemonstration. Nach einer motivierenden Rede übers Megafon setzte sich der Zug in Bewegung durch die Innenstadt, an zahlreichen PassantInnen vorbei.

Mit mehreren Blockade-Fingern gelang es die Route der Faschisten und Ausweichrouten an mehreren Orten zu blockieren. Auf dem Weg zu Ihrem Kundgebungsort passierten die Faschisten eine kleine Gruppe GegendemonstrantInnen. Ein Aufeinandertreffen wurde von der Polizei verhindert, die Faschisten wurden an den DemonstrantInnen vorbeigeführt, wobei es zu ersten leichten Auseinandersetzungen zwischen GegendemonstrantInnen und Polizei kam.
Da die faschistische Demo sich von allen Seiten mit entschlossenem Protest konfrontiert sah, konnten Sie wieder nicht Ihre gewünschte Demo laufen. Stattdessen wurde Sie mit einiger Verspätung wieder an der selben Menschengruppe vorbeigeführt, die dafür in eine Nebenstraße gedrängt wurde.

Als sich die faschistische Demo auf der Ausweichroute in Bewegung setzte, wurden Sie vom Gegenprotest verfolgt. Einer kleinen Gruppe von Menschen gelang es, die Nazi-Demo zu überholen und eine Sitzblockade direkt auf der Route zu errichten.
Zuerst wurde die Nazidemo an der Sitzblockade vorbeigeführt, nachdem es zu einem ersten erfolglosen Räumungsversuch von Seiten der Polizei gekommen war. Als die AntifaschistInnen jedoch mit Ihrer Sitzblockade das „Lautsprecher-Auto“ der Faschisten blockierte, wurde die Situation unübersichtlich. Als die Faschisten bemerkten, dass ihr Auto zurückblieb, und versuchten auf die AntifaschistInnen zu zustürmen, begann die Polizei hektisch und unter massiver Gewaltanwendung die Sitzblockade zu räumen. Dabei kam es zu Schlägen und Schmerzgriffen ins Gesicht, außerdem zu einer Festnahme.

Dies alles hat die entschlossenen Gegenproteste aber nicht daran gehindert, den Nazis weiterhin das Leben schwer zu machen. Wieder sahen sich die Faschisten von allen Seiten mit lautstarkem Protest konfrontiert, der ihre Parolen übertönt hat. Von nun an wurde die rechte Demo teilweise von allen Seiten mit Gegenprotest, an dem sich auch PassantInnen spontan beteiligt haben, beschallt und begleitet. Die Polizei hatte sichtlich große Mühen, die Route der Faschisten gegen anhaltenden Protest und mehrere Blockade-Versuche durchzusetzen.
Zuletzt fanden sich die Nazis wieder an ihrem Kundgebungsort ein, auch hier wieder umzingelt von Gegenprotest. Dort wurde ausgeharrt, bis die Faschisten die Heimreise antraten.

Im Anschluss sammelten sich noch etwa 20 AktivistInnen, um in einer kämpferischen Spontandemonstration vor das Polizeipräsidium zu ziehen, in dem sich der festgenommene Genosse befand. Dort wurde er abends nach seiner Freilassung von solidarischen Menschen empfangen.

Unser Fazit:
Allen Widrigkeiten zum Trotz wurde der antifaschistische Protest entschlossen auf die Straße getragen und hat sich nicht spalten lassen. Solidarität wurde an diesem Tag deutlich sichtbar.
Es gilt festzuhalten, dass die Zivilgesellschaft durchweg an allen Protesten beteiligt war. Wir bedanken uns außerdem bei den Gruppen aus Kaiserslautern, die diesen effektiven Protest durch Ihre Vorbereitungen erst möglich gemacht haben.
Generell war der Tag sehr dynamisch. Die GegendemonstrantInnen sind konstant in Bewegung, geblieben, um die Rechten so effektiv wie möglich stören zu können.
Es gab keinen Moment, an dem die faschistische Demo nicht von Gegenprotest begleitet und behindert wurde. Das hatte einen doppelten Effekt: die Nazis fanden kein Gehör, umso sicht- und hörbarer waren jedoch die Inhalte der Gegenproteste.

Aus der Unterbesetzung beim vorangegangenen Naziaufmarsch zog die Polizei wohl nicht nur die Konsequenz in ihrer Anzahl, sondern auch in ihrem Vorgehen.
Anstatt die Nazis wieder heimzuschicken, nachdem diese bereits von Beginn an blockiert wurden, oder wenigstens ihre Route zu verkürzen, lag wohl eher der Fokus darauf, die Nazi-Demo mit aller Gewalt durchzusetzen. Dabei wurden hohe Risiken für die GegendemonstrantInnen in Kauf genommen. Wieder mal hat sich in Kaiserslautern gezeigt, dass der Feind für die Polizei links steht und Sie lieber einem Mob 30 gewaltbereiter Faschisten den Rücken zudreht, anstatt einer circa zehnköpfigen Sitzblockade.
Wir haben mit nichts anderem gerechnet und werten den Tag dennoch als Erfolg. Wir werden weiterhin unsere GenossInnen in Kaiserslautern oder sonst wo in der Umgebung nach Möglichkeit unterstützen, wenn es darum geht sich gemeinsam und entschlossen Faschisten und Rassisten in den Weg zu stellen.

Hoch die internationale Solidarität!
Die antifaschistische Aktion aufbauen!

Am 15.12.18 gegen Krieg, Imperialismus und Ausbeutung nach Stuttgart

Aufruf zur Demo in Stuttgart am 15.12.Aufruf zur Demo in Stuttgart am 15.12.

Kriege, Flucht, Vertreibung …made in Germany
Seit 2015 tausende Menschen nach Deutschland kamen, um nach Schutz zu suchen, ist Flucht und Migration eines der polarisierendsten Themen in der BRD. Unzählige solidarisierten sich mit Geflüchteten, leisteten humanitäre Hilfe oder arbeiteten politisch zu diesem Thema. Rechte Parteien wiederum nutzten „den Flüchtling“ als Sündenbock für die sozialen Probleme in Deutschland. In all diesen politischen Diskussionen wird jedoch kaum darauf eingegangen, warum Menschen überhaupt gezwungen sind, sich auf die Flucht zu begeben und dabei ihr Leben aufs Spiel zu
setzen.

Imperialismus made in Germany
Wir leben in einer Welt, in der die Kluft zwischen arm und reich immer mehr auseinandergeht. Die kapitalistischen Staaten konkurrieren um möglichst großen Profit, was den Großteil der Menschheit Kopf und Kragen kostet. Wie alle großen Industrienationen mischt auch Deutschland im weltweiten Wettbewerb tatkräftig mit. Der Konkurrenzkampf beginnt bei der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und geht weiter bei der Plünderung natürlicher Ressourcen. Er umfasst die Erschließung immer neuer Absatzmärkte und Produktionsstandorte. Ganze Produktionsstätten
von Rheinmetall werden in die Türkei exportiert, afrikanische Märkte mit billigen europäischen Produkten überschwemmt oder die somalische Küste durch westliche Fischfangunternehmen leergefischt, wodurch ein
großer Teil der SomalierInnen ihrer Existenzgrundlage beraubt werden. Diese Formen imperialistischer Politik sorgen dafür, dass wirtschaftlich schwächere Länder nicht mithalten können, zusammenbrechen und in Abhängigkeit großer Industrienationen geraten. Für die Bevölkerung in diesen Ländern bedeutet das immer größer werdende Armut und
Perspektivlosigkeit. Auch das Sichern von geostrategisch wichtigen Punkten ist Teil der imperialistischen Politik. Mit geopolitischen und militärischem Kalkül drängt auch Deutschland in Regionen, Industriebranchen oder Regierungen
um ihren größtmöglichen Einfluss durchzusetzen – im Bestfall noch vor anderen imperialistischen Nationen wie z.B. Russland und China. Gerade Afghanistan ist ein Prototyp imperialistischer Außenpolitik: Die wichtigen Gas-Pipelines und Handelsrouten, der ungehinderte Zugang für deutsche Unternehmen auf heimische Märkte, Rohstoffe oder seltene Erden sind Gründe genug das Land seit 18 Jahren unter kriegerischer Belagerung und imperialistischer Knechtschaft zu halten.

Zur Durchsetzung der eigenen Interessen nutzt Deutschland die EU – das europäische Klassenprojekt der Kapitalisten. Gesteuert und bestimmt wird die Politik der EU maßgeblich von den wirtschaftlich starken Mitgliedern Deutschland und Frankreich. Die weiteren Nationen in dem kapitalistischen Staatenverbund können diese Politik lediglich mittragen – über große Gestaltungsmöglichkeiten verfügen sie nicht. Im Gegenteil: die Krisenintervention der Troika in Griechenland zeigte eindrücklich, was schwächere Staaten erwartet. Die Kosten für das parasitäre Wirtschaften der Banken und Konzerne trägt die einfache Bevölkerung. Zudem soll das EU-Projekt den Wirtschafts- und Militärgiganten USA, China und Russland im weltweiten Säbelrasseln zukünftig die Stirn bieten. Der Vorstoß eine EU-Armee aufzubauen, die sowohl in der Lage ist mit kriegerischer Aggression nach Außen, als auch zerschlagend gegen Aufständische nach Innen zu reagieren, macht das mehr als deutlich. Im Sinne der Harmonie beugt man sich dabei auch gerne den rechten Regierungsentwicklungen in Europa.

Der Bezug zu uns und die Folgen dieser zerstörerischen Außenpolitik werden – so scheint es – lediglich über das Zappen durch die Nachrichten bildhaft zutage befördert: Tote im Mittelmeer, einstürzende Fabriken in
Bangladesch, bewaffnete Auseinandersetzungen in Afghanistan, Syrien oder Mali. Direkten Kontakt erhalten wir lediglich, wenn wir uns auf die geflohenen Menschen und ihre mitgebrachten Erfahrungen einlassen. Oder
aber mit offenen Augen durch Deutschland und Europa gehen.

Kapitalistische Abschottung und Aufrüstung – nichts auf das man stolz sein kann
Mit geschwellter Brust hält die Bundesregierung immer wieder hoch, sie seien – mit 970.400 Menschen – unter den zehn größten Aufnahmeländern. Dabei werden zwei Faktoren außer Acht gelassen: Zum einen, dass Deutschland als weltweit drittgrößte Volkswirtschaft nur 1,42 % der Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, als Flüchtlinge anerkennt. Zum anderen investiert Deutschland, wie kein anderes EU-Land, in die militärische Aufrüstung der europäischen Außengrenzen, mit dem Ziel Migration abzuwehren und zu kontrollieren. Der EU-Türkei-Deal, der
Aufbau der libyschen Küstenwache, die Bundeswehreinsätze im Mittelmeer oder die massive finanzielle Aufstockung der Grenzschutzagentur Frontex sind Maßnahmen, die deutlich machen: Die herrschende Klasse scheut keine
Mittel, um zu verhindern, dass die Folgen ihrer zerstörerischen Politik in Europa sichtbar werden. Wo militärisch abgeschottet und zivile Seenotrettung unterbunden wird, sind weitere Tote jedoch die logische Folge.

Wer einreisen darf oder nicht, entscheiden die herrschenden Eliten in Europa. Wer verwertbar – im Sinne der kapitalistischen Logik – ist, darf kommen. Der Rest klopft vergebens an die elektronischen militärisch hoch
aufgerüsteten Mauern Europas.

Seien wir selbst die Triebkraft der Veränderung!
Doch trotz dieser gesamtgesellschaftlich reaktionären Lage formiert sich Widerstand gegen diese menschenverachtende Politik. Zehntausende Menschen in der gesamten deutschen Republik sind diesen Sommer für eine humanere Flüchtlingspolitik und gegen Menschenfeindlichkeit auf die Straße gegangen.
Eine moralische Kritik an dieser Politik zu formulieren, reicht aber leider nicht aus, wenn wir nicht auch den Kapitalismus kritisieren, als Problem erkennen und dagegen vorgehen.

Denn die katastrophalen Lebensbedingungen für Millionen Menschen weltweit, die gekennzeichnet sind von Kriegen, Ausbeutung, Armut und Umweltzerstörung, sind Folgen dieser kapitalistischen Interessenpolitik.
Die Forderung nach einer humaneren Politik wird die grundlegenden Mechanismen des Kapitalismus, wie Profitzwang, Konkurrenzkampf und Spaltung nicht überwinden. Solange es den Kapitalismus gibt, werden
Menschen gezwungen sein zu fliehen. Solange die Cum-Ex-Geschäfte nach nur zwei Tagen abgehandelt werden,
brauchen die Talkshows nicht jahrelang mit Rechtspopulisten darüber debattieren, inwiefern Geflüchtete dieses Steuersystem belasten. Über 55 Milliarden Euro an Steuergeldern flossen unter der schützenden Hand
der Bundesregierung in die Taschen von Banken, Versicherungen und Anwaltskanzleien. Mal ehrlich: Dieses System ist doch schon längst überreif und fault bereits von innen. Es wird Zeit ein neues zu erkämpfen.

Die aktuellen gesellschaftlichen Probleme können nur durch die Überwindung des Kapitalismus und den Aufbau einer solidarischen Gesellschaft gelöst werden. Und hier kommen wir alle ins Spiel, denn es liegt an uns selbst, Veränderung herbeizuführen. Wir müssen uns zusammenschließen und uns organisieren. Wir müssen gemeinsam eine starke antikapitalistische und antimilitaristische Bewegung aufbauen um dieser Politik gemeinsam etwas entgegenzusetzen.

Am 15.12.18 gegen Krieg, Imperialismus und Ausbeutung auf die Straße Fluchtursachen bekämpfen heißt Kapitalismus bekämpfen!
Hinein in den antikapitalistischen Block!

Anreise zum Naziaufmarsch in Kaiserslautern 24.11.

Am 24.11. ruft der Nationale Widerstand Zweibrücken in Kaiserslautern zu einem Nazi-Aufmarsch auf. Unterstützung erhalten Sie dabei von der Kameradschaft Rheinhessen und von der Partei „Die Rechte“.
Wir von der Antifaschistischen Aktion Aufbau Mannheim rufen dazu auf, mit uns gemeinsam nach Kaiserslautern zu fahren um uns gemeinsam mit dem Protest vor Ort den Nazis in den Weg zu stellen und Ihrer Hetze keinen Raum zu bieten. Die Genossinnen und Genossen vor Ort brauchen hierbei unsere tatkräftige Unterstützung.

Unser Zuganreise am 24.11. beginnt um 10:40 vor dem Mannheim Hbf. Kommt pünktlich, zahlreich und entschlossen.

Faschisten zu Boden!
Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

kaiserslautern-naziaufmarsch

Bericht zu den Gegenprotesten in Kandel am 06. Oktober

Am 06. Oktober sind wir mit unseren GenossInnen des OAT Mannheim ein weiteres Mal nach Kandel gefahren, um der stets anhaltenden rassistischen Mobilmachung des selbsternannten „Frauenbündnis“ Kandel um Marco Kurz entschieden entgegenzutreten. Anlass hierfür ist der Tod einer 15-jährigen, welche im letzten Dezember von ihrem Ex-Freund erstochen wurde. Nicht aber die patriarchale Gewalt, sondern einzig und allein die nicht-deutsche Herkunft des Täters treibt nun seit Monaten mehrere hundert Rassisten auf die Straßen Kandels. Nachdem bei den letzten Malen der antifaschistische Gegenprotest angesichts schwieriger Voraussetzungen (örtliche Gegebenheiten, fehlende Strukturen vor Ort & ein überzogenes Verhalten seitens Behörden und Polizei) zurückgegangen ist, können die Gegenproteste im Oktober als voller Erfolg gewertet werden. Basis dieser Entwicklung ist die überregionale Zusammenarbeit antifaschistischer Gruppen, wodurch es letzten Endes gelang, ein breites Bündnis auf die Beine zu stellen, um die Spaltung zwischen radikalem und bürgerlichem Protest zu durchbrechen. Von enormer Bedeutung ist hierbei die starke lokale Verankerung des Bündnisses.
So gelang es über 400 AntifaschistInnen zu den Protesten im Oktober zu mobilisieren. Vom Bahnhofsvorplatz zog eine ausdrucksstarke Demonstration in Richtung der Auftaktkundgebung der Nazis. Dort angekommen nutzten einige engagierte AntifaschistInnen die Gelegenheit um Polizeiabsperrungen zu umgehen und bis auf wenige Meter an die Rechten heranzukommen. Dadurch konnten insgesamt 3 von 4 direkten Zufahrtswegen blockiert werden. Marco Kurz und sein „Frauenbündnis“ waren von der unmittelbaren und lautstarken Konfrontation sichtlich gestört:
Wegen lauter Parolen, Tröten und Sirenen wurde die Veranstaltung mehrere Male unterbrochen, mit der Aufforderung an die Polizei die Blockade zu räumen. Vorher könne die Veranstaltung nicht fortgesetzt werden. Die Polizei drohte den 30-40 AntifaschistInnen mehrfach mit der Räumung, beließ es jedoch letzten Endes bei Drohgebärden und konnte keine Räumung der entschlossenen Gegendemonstranten durchsetzen.
Die rechten Demoteilnehmer waren davon sichtlich verärgert und gedemütigt; nach fast zweieinhalb Stunden Verspätung zwischen Wut, Unverständnis und lautstarkem Gejammer zogen die Rechten dann doch auf Ihrer Route los, ohne Ihren Willen durchgesetzt zu haben. Nach diesen äußerst erfolgreichen Blockaden, vereinte sich die antifaschistische Demonstration erneut um parallel zu den Rechten mit eigenen Inhalten zur Abschlusskundgebung zu ziehen. Hier kam es dann erneut zu lautem Protest, einigen Eierwürfen sowie einem Pfeffersprayeinsatz der Polizei, als AntifaschistInnen versuchten zu rechten Demoteilnehmern zu gelangen. Nachdem auch die Abschlusskundgebung so erfolgreich gestört werden konnte, zog eine antifaschistische Spontandemonstration zurück zum Bahnhof um eine sichere Abreise zu gewährleisten.

Die Polizei machte an diesem Tag mal wieder mit überzogener und unnötiger Gewalt auf sich aufmerksam:
Mehrere AntifaschistInnen wurden beim Versuch einen Weg zu blockieren mit Pfefferspray und Schlagstock angegriffen, hierbei kam es unter anderem zu einer Platzwunde am Kopf. Später wurde ein Polizeihund auf einen Antifaschisten gehetzt, als dieser vom Blockadepunkt zu der angemeldeten Demonstration zurückkehren wollte. Die Darstellung der Polizei der Demonstrant hätte den Hund angegriffen ist eine dreiste Lüge. Mehrere Augenzeugen bestätigen, dass der Hund wissentlich und ohne triftigen Grund auf die Person gehetzt wurde. Darauf verbiss sich der Hund in Arm und Oberschenkel des Opfers, während sich gleichzeitig noch mehrere Polizeibeamte gewaltsam auf den Demonstranten stürzten. Im Anschluss wurde dem Betroffenen die zwingend nötige medizinische Hilfe verwehrt, wir verweisen hier gerne auf die Pressemitteilung der Demosanitäter Süd-West.
Dieser willkürliche Polizeiübergriff zeigt erneut eindrücklich, wie die Polizei mit allen Mitteln die Straße für Faschisten und Menschenfeinde freiprügelt. Auch wenn sich das Ereignis in eine lange Liste von Polizeigewalt einreiht, sind wir angesichts der Brutalität und der Kaltschnäuzigkeit schockiert und verurteilen diesen widerwärtigen Angriff zutiefst.
Wir wissen, dass wir von dieser Institution keine Gerechtigkeit zu erwarten haben, hoffen jedoch, dass der Vorfall auch einigen Anderen die Augen für die abscheuliche Praxis der Polizei öffnet.

Trotz der Verletzten und einigen zwischenzeitlichen Festnahmen, werten wir den Tag als vollen Erfolg: Während die Nazis nur noch ein Zehntel Ihres ursprünglichen Potenzials (Anfangs 3000 TeilnehmerInnen) auf die Straße brachten, gelang es dem Gegenprotest erstmals seit März wieder, die rechte Demonstration mengenmäßig zu überbieten. Außerdem hat sich gezeigt, dass auch unter widrigen Bedingungen – auch im Jahr 2018 – Naziaufmärsche empfindlich gestört und blockiert werden können. Die kontinuierliche Arbeit aller Beteiligten der letzten Monate, trotz widriger Umstände für die Proteste, hat sich letzten Endes ausgezahlt. Besonders wichtig finden wir jedoch die seit kurzem erfolgreiche Bündnisarbeit vor Ort. Es ist gelungen gemeinsam mit BürgerInnen aus Kandel und überregional angereisten AntifaschistInnen einen ausdrucksstarken Protest auf die Straße zu bringen und Marco Kurz und sein Frauenbündnis zu blamieren. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, sich nicht untereinander spalten zu lassen, sondern gemeinsam gegen den Rechtsruck und Menschenfeinde jeglicher Art einzustehen.

Alerta! Alerta! Antifascista!

Antifaschiste Aktion Aufbau Mannheim

(Fotos folgen!)

Am 06. Oktober auf nach Kandel – Eingreifen wenn’s wichtig ist!

kandel header

Das beschauliche Örtchen Kandel am Rande des VRN-Gebietes hat sich in diesem Jahr zu einem wichtigen Schauplatz des Kampfes gegen den Aufstieg der politischen Rechten in Deutschland entwickelt. Schon Monate vor den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz marschierte der rechte Mob durch Kandels Straßen. Der in Kandel erprobte Mobilisierungsmythos „deutsche Opfer, fremde Täter“ ist zu einer festen Säule ds von der AfD zum Ziel erkorenen Ausbaus ihrer Handlungsfährigkeit auf der Straße geworden.

In den letzten Monaten flaute der Protest gegen die rechten Aufmärsche in Kandel kontinuierlich ab. Zwar folgen den Aufrufen nur noch ein paar Hundert statt ein paar Tausend Demonstranten, dennoch scheint es dem „Frauenbündnis“ rund um den Anmelder und Showmaster Marco Kurz allmählich zu gelingen sich im Kandeler Alltag zu etablieren.

Wir sagen es ist an der Zeit auch in Kandel eine neue antifaschistische Offensive zu beginnen. Wir müssen uns dem Rechtsruck entgegenstellen wo auch immer dieser Ausdruck findet. Wer es ehrlich meint mit der Entrüstung über die rassistische Gewalt in chmenitz kann das am 06. Oktober in Kandel unter Beweis stellen.

Treffpunkt für die gemeinsame Anreise nach Kandel ist um 10.20 Uhr am Mannheimer Hauptbahnhof.

Alle gemeinsam – gegen den Faschismus!

[Augsburg] Den AfD-Bundesparteitag verhindern – Busanreise aus Mannheim!

afd bundesparteitag in augsburg verhindern

+++Busfahrt aus Mannheim zu den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Augsburg!+++

Auch aus Mannheim wird es eine Busanreise zu den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Augsburg geben! Organisiert wird diese vom Offenen Antifaschistischen Treffen, bei Interesse meldet euch per Mail beim OAT!

Am Wochenende des 30. Juni bis zum 1. Juli 2018 wollen mitten im rechts geprägten bayrischen Landtagswahlkampf 600 Delegierte der “Alternative für Deutschland” für ihren Bundesparteitag zusammenkommen. Der Parteitag wird das Programm der Partei noch weiter nach rechts verschieben. Die Delegierten vernetzen sich, planen und entwickeln ihre Strategie.
Die Partei besteht aus Funktionären, die aus der gesellschaftlichen Elite kommen und sich als eine Alternative zum herrschenden System darstellen. Tatsächlich sind sie nur eine andere Fraktion innerhalb der bestehenden kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse. Die AfD ist eine Partei, die Rassismus, Sexismus, Homophobie und Hass auf Arme und Arbeitslose aktiv in die Gesellschaft trägt.

Sie ist die Partei des Rechtsrucks. Aus der Krise des Kapitalismus gewinnt sie an Stärke, da sie einen Unmut in der Gesellschaft falsch kanalisiert. Sie ist aber nicht nur ein Akteur dieser Verschiebung, sie organisiert diese und treibt den Rechtsruck voran.
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[Baden-Württemberg] 08. – 10. September 2017: Antifa-Camp im Schwarzwald

Die letzten Jahre zeigen: Antifaschistische Arbeit ist so notwendig wie schon lange nicht mehr. Rechte und reaktionäre Massen ziehen durch die Straßen, die AfD scheint sich in den bürgerlichen Parlamenten zu etablieren und im faschistischen Lager kommt es mit dem Niedergang der NPD zur Wachablösung. Kurz gesagt: Die Arbeit geht uns nicht aus.

So wichtig die gemeinsame Praxis und der Widerstand gegen den Rechtsruck sind, so notwendig ist der Austausch und die Diskussion über die aktuellen Entwicklungen.Was bedingt den Aufstieg der AfD? Warum dürfen wir die faschistische Szene nicht „rechts“ liegen lassen? Welche Erfahrungen gibt es in anderen Ländern? Und: Wie kann antifaschistische Arbeit attraktiv und gleichzeitig wirksam gestaltet werden?

Darüber und über mehr wollen wir im Spätsommer debattieren. Gemeinsam organisieren Antifa-Gruppen aus Baden-Württemberg ein antifaschistisches Camp im Schwarzwald. Wir wollen ein Wochenende nutzen um zusammen über nachhaltige und schlagkräftige Strategien gegen den Rechtsruck diskutieren. Ziel ist es, uns über die eigene Arbeit auszutauschen, uns über die Stadtgrenzen hinweg besser zu vernetzen und natürlich eine erlebnisreiche Zeit miteinander zu verbringen.

Kommt zum Antifa-Camp 2017: Sommer, Sonne, Antifa!

Programm, Anreise und Kontakt: www.antifacamp2017.blogsport.eu




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