Archiv der Kategorie 'Antifaschistische Aktion (Aufbau) Mannheim'

Aufruf zur „Antifascist Action“-Demo am 25.09.2021 in Mannheim

25.09.2021 | 18 Uhr | Mannheim HBF


Am 26.09.2021 finden in Deutschland die Bundestagswahlen statt. Währenddessen befindet sich der Kapitalismus in Deutschland und weltweit in einer schweren Krise:
Die Corona-Pandemie hat unzähligen Menschen das Leben gekostet und beschäftigt uns bis heute.
Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben viele Existenzen zerstört und eine noch viel schwerere Wirtschaftskrise in naher Zukunft ist sehr wahrscheinlich.

Gleichzeitig zeigen sich schon jetzt immer stärker die Auswirkungen der Klimakatastrophe: Massive Überschwemmungen, Waldbrände & Rekordhitze und andere Naturkatastrophen zerstören schon jetzt Menschenleben auf der ganzen Welt und häufen sich immer stärker.

Das Alles darf uns nicht vergessen lassen, dass die Gefahr von Rechts in Deutschland und Europa akut steigt: Auch wenn die reaktionären Querdenker an Zulauf verlieren, radikalisieren sich große Teile der Bewegung immer weiter. Die Gefahr von Faschistischem Terror wie in Hanau oder Halle nimmt zu, da sich immer mehr Rechtsextremisten bewaffnen und bereit sind Ausländer:innen, Linke und Bürger:innen anzugreifen und zu töten.

Die deutsche Regierung hat auf nichts davon eine gute Antwort. Im Gegenteil: Die Coronapolitik der deutschen Regierung war nur in der Lage die großen Konzerne und Superreichen zu schützen anstatt für richtige und langfristige Unterstützung der Arbeiternehmer:innen in Deutschland zu sorgen und hat abermals den katastrophalen Zustand unseres Gesundheitssystems aufgezeigt. Trotz Pandemie wurden weiterhin fleißig Menschen in Kriegsgebiete abgeschoben.

Es wird nichts unternommen, um die Klimakrise zu stoppen und bei akuten Katastrophen wie den Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz werden Warnungen ignoriert und die Menschen im Stich gelassen. Auch im Kampf gegen Rechts ist auf den Staat kein Verlass, was sich nicht zuletzt in den unzähligen Rassismus- und Rechtsextremismus-Skandalen in Polizei, Militär und deutschen Sicherheitsbehörden zeigt. Der Kapitalismus als System sowie die herrschenden Parteien haben uns zuletzt sehr deutlich ihre Unfähigkeit zur Lösung von Krisen im Interesse der breiten Bevölkerung gezeigt.

Ausgerechnet die AfD versucht sich in dieser Situation als einzige wirkliche Oppositionspartei darzustellen, und hat damit leider Erfolg. Seit der letzten Wahlperiode sitzt die rechte Partei als drittstärkste Partei im deutschen Bundestag und wird auch bei dieser Wahl versuchen den Sitzanteil weiter auszubauen. Dabei ist die AfD wirklich die letzte Partei, die uns bei der Lösung unserer Probleme hilft. Die AfD steht immer noch für rassistische Innen- und Außenpolitik, Arbeitnehmerfeindliche Wirtschaftspolitik und für die Leugnung des Klimawandels.
Die AfD würde unsere Probleme nur noch stärker verschärfen, deswegen gilt es dies zu verhindern und sie zu bekämpfen!

Im Rahmen der Kampagne „Antifascist Action – Gegen rechte Krisenlösungen“, die sich dieses Jahr gegründet hat, wurde schon zur Landtagswahl hier in Mannheim und in vielen anderen deutschen Städten erfolgreich antifaschistischer Widerstand gegen den rechten Wahlkampf der AfD geleistet. In Baden-Württemberg konnte die AfD ihren Erfolg der letzten Wahlen im März nicht fortsetzen. Daran gilt es anzuknüpfen und auch den Bundestagswahlkampf der Rechten effektiv zu stören und gleichzeitig linke Antworten auf die Probleme unserer Zeit zu liefern.

Dafür finden im Rahmen der „Antifascist Action“-Kampagne am Vorabend der Bundestagswahl in Deutschland mehrere überregionale Demos statt, um linken Protest vereint auf die Straße zu bringen. Hier in Baden-Württemberg wird es eine überregionale Demo unter dem Motto „Weil uns keine Wahl bleibt – Antifaschistisch Kämpfen“ bei uns in Mannheim geben, organisiert vom OAT Mannheim und der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) Mannheim. Unser Ziel ist es alle linken und fortschrittlichen Kräfte für eine kraftvolle Demo auf der Straße zusammen zu bringen und kurz vor der Bundestagswahl gemeinsam ein starkes Zeichen zu setzen. Weil uns allen keine Wahl bleibt!

25.09.2021 | 18 Uhr | Mannheim HBF

Weil uns keine Wahl bleibt: Antifaschistisch kämpfen!



Kommt zu den antifascist action!-Demos am Vorabend der Wahlen

Nachdem die antifascist action! – Kampagne zu Beginn des Jahres im Kontext der Landtagswahlen in Süddeutschland gestartet ist, beziehen sich mittlerweile Antifaschist:innen aus dem gesamten Bundesgebiet bei verschiedensten Anlässen – vom Abschirmen von AfD-Infoständen bis zu Aktionen gegen „Querdenken“ – auf die Mitmach-Kampagne. Jetzt steuern wir bis zur Bundestagswahl am 26. September in einen heißen, antifaschistischen Spätsommer/Herbst, den wir mit unserem vielschichtigen Protest gegen die AfD und gegen andere rechte Parteien prägen wollen.

Die Bundestagswahl in diesem Jahr unterscheidet sich vor allem in einem Punkt von den vergangenen: Sie steht ganz im Zeichen einer (sich in ihrer vollen Wucht erst noch anbahnenden) kapitalistischen Krise, die durch die Corona-Pandemie befeuert wird. Eine Krise, bei der erst noch ausgehandelt wird, wer ihre Last trägt. Bürgerliche Parlamente und die Agitation der bürgerlichen Parteien im Vorfeld der Wahl sind zwar nicht die einzige Spielfläche, auf der diese Frage behandelt wird. Und doch haben sie Einfluss auf das gesellschaftliche Klima der kommenden Monate. Denn 2021 war erst der Anfang. Reale betriebliche und gesellschaftliche Kämpfe, abseits parlamentarischer Wahlen, werden erst noch geführt.

Gegen rechte Krisenlösungen!

Vor allem die AfD wird die nächsten Wochen bis zur Wahl nutzen, um ihre Hetze zu verbreiten und um rechte „Antworten“ auf diese Krise zu erfinden, in dem sie vorgibt als einzige Partei wirklich die soziale Frage zu stellen. Eigentlich aber instrumentalisiert sie nur unseren Unmut über (drohende) Krisenfolgen, eine steigende Co2-Steuer oder das Bangen um einen Kitaplatz für ihre strikte Law-and-Order Politik und ihre Hetze gegen Minderheiten. Mit einer vorgeblichen Abkehr vom neoliberalen Konzept macht sich die AfD zum vermeintlichen Anwalt der Lohnabhängigen. Doch erstens klafft eine gigantische Lücke zwischen den Wahlkampfforderungen, zu denen sich die Rechten durchringen können, und dem, was sie tatsächlich bereit wären, den Kapitalisten abzutrotzen oder „zuzumuten“. Und zweitens ist bereits der Sozialstaat, den sie propagieren, mehr Spaltungsinstrument, denn Lösungsmodell. Mit Rassismus, Sexismus, Homophobie und Verachtung von Armen grenzen sie ein, wer einen Zugang zu diesem Sozialsystem verdiene und wer nicht. Damit hetzen sie diejenigen gegeneinander auf, die eigentlich ein gemeinsames Interesse haben: Die Verhältnisse zu Gunsten von uns allen zu verändern!

Über den Kampf um Prozentpunkte hinaus, wird sich die AfD den Wahlkampf zu eigen machen, um sich für die kommende Zeit zu rüsten, sich in ihren Orts-und Kreisverbänden zu verankern und ihre Seite zu aufzubauen. Zwar hat die AfD, anders als in manchem Bundesland, auf Bundesebene noch keine reale Chance zu regieren, dennoch wird sie gestärkt aus den Wahlen hervorgehen, wenn wir ihr Räume zugestehen, in denen sie eben diesen Aufbau ihrer Seite ungestört vorantreiben kann. Denn gerade mit ihrer pseudo-oppositionellen Rolle, und nicht unbedingt mit der Perspektive zu regieren, versucht die AfD Einfluss auf rechte Massenbewegungen wie „Querdenken“ zu nehmen und diese für sich zu gewinnen.

Gegenmacht von unten aufbauen!

Unsere Aufgabe als Antifaschist:innen ist es, diesen rechten „Krisenlösungen“ mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten, sie zu enttarnen und gemeinsam mit Gewerkschaften und in den Betrieben einen breiten, klassenkämpferischen Antifaschismus von Unten zu organisieren. Nicht aber mit der Perspektive, dass sich wirklich etwas ändert, wenn die AfD zwei oder drei Prozentpunkte schlechter abschneidet. Denn unabhängig von den Wahlen, herrscht mit eintretender Krise ein gesellschaftliches Klima, das einen Nährboden für Rechte darstellt. Deshalb müssen wir uns als Antifaschist:innen in der Krise besonders gut organisieren und unsere Kräfte solidarisch bündeln, um nachhaltig und effektiv etwas ausrichten zu können. Wenn wir das schaffen, können wir damit unserer Seite, den fortschrittlichen linken Kräften, den Rücken frei halten. So, dass diese Antworten auf die Krise entwickeln können und greifbar werden!

Auf zu antifascist actions! – den rechten Wahlkampf sabotieren!

Konkret heißt das: Informiert euch wann und wo rechte Wahlstände in eurer Stadt statt finden, findet raus, wo die AfD flyert, wann und wo sie Veranstaltungen und Kundgebungen abhalten möchte, wo sie besonders stark ist, wer eine führende Rolle in den örtlichen Kreis- oder Ortsverbänden einnimmt und organisiert Proteste. Macht mit bei der antifascist action! – Kampagne, werdet Teil von offenen Antifaschistischen Treffen und schickt uns eure Aufrufe, Berichte und Bilder auf instagram an @afa_action und per Maill an mail@antifa-kampagne.info! Lasst uns so viele (verschiedene) antifaschistische Aktionen wie möglich unter dem Label antifascist action! – Gegen rechte Krisenlösungen sammeln, um nach innen, wie nach außen geeint und wirksam aufzutreten.

Antifaschismus heißt mehr als nur den Rechten hinterher rennen!

Trotz der Notwendigkeit dieser, meist lokalen Proteste, werden wir es uns nicht nehmen lassen, uns auch selbstbestimmt und organisiert, mit eigenem Ausdruck und gemeinsam als antifaschistische Bewegung die Straßen zu nehmen. Deshalb werden im Kampagnen-Rahmen in München, Köln, Duisburg, Mannheim und Frankfurt am Vorabend der Wahlen überregionale Vorabenddemos statt finden! Streicht euch den Termin schon mal fett im Kalender an, beteiligt euch an den Demos und organisiert Zugtreffpunkte aus euren Städten, um unsere Kräfte im gemeinsamen Kampf gegen Rechte und Faschisten zu bündeln.

Stay tuned, weitere Infos folgen!

Bericht: Antifascist-Actions Regionaltreffen in Mannheim


Am vergangenen Sonntag fand das Regionaltreffen der „Antifascist-Action“-Kampagne in Mannheim statt. Gekommen waren etwa 25 Teilnehmende aus der Mannheimer Umgebung.
Mit einem ausführlichen Input über die aktuelle politische Lage und anschließender Bezugnahme auf die Kampagne, wurde eine angenehme Diskussionsgrundlage geschaffen. Auf dieser Grundlage gab es eine fruchtbare Diskussion über die gesellschaftlichen Verhältnisse, sowie einige Anregungen, wie sich Menschen in verschiedenen Umständen und auf vielfältige Weise in die Kampagne einbringen können, um so gemeinsam den Rechten den Kampf anzusagen. Wir freuen uns über die rege Beteiligung verschiedener Menschen an unserem Regionaltreffen.
Wir hoffen, dass der Ansatz der Kampagne nun in der Rhein-Neckar-Region von noch mehr Schultern getragen und weitergegeben wird. Wir können nur alle gemeinsam und auf allen Ebenen wirksamen antifaschistischen Widerstand leisten. Dieser wird insbesondere mit Blick auf die kommenden Bundestagswahlen und der dadurch verstärkten rechten Präsenz besonders wichtig.
Alle zusammen gegen den Faschismus!

Die Kampagne lädt ein! Kommt zu den antifascist action! – Regionaltreffen!

Anfang 2021 wurde die antifascist action!-Kampagne mit dem erklärten Ziel ins Leben gerufen, gemeinsam gegen rechte Krisenlösungen aktiv zu werden. Gerade in diesem Jahr wird die Notwendigkeit einer solchen Kampagne besonders deutlich. Denn im Zuge der Pandemie erfahren wir die Zuspitzung einer sich schon länger anbahnenden kapitalistischen Krise, die soziale Ungerechtigkeiten weiter verschärft, während die Rechten versuchen von dieser zu profitieren und drohen zu erstarken. (Ein ausführliches Selbstverständnis findet ihr hier: https://antifa-kampagne.info/kampagne/)

Im Zuge der Landtagswahlen in BaWü und Rheinland Pfalz, sowie den Kommunalwahlen in Hessen wurden im Rahmen der Kampagne Infostände der AfD gestört, rechte Propaganda zerstört, es wurden antifaschistische Flyer verteilt, Plakate wurden geklebt und eigene Inhalte wurden unter die Leute gebracht. Aber auch Querdenken, als eine reaktionäre bis rechte Massenbewegung, die im vergangenen Jahr als Sprachrohr und Multiplikator rechter Krisenlöser und -lösungen diente, stand und steht weiterhin im Fokus unserer antifaschistischen Intervention. (Ein ausführliches Zwischenfazit könnt ihr ebenfalls auf der Kampagnenhomepage nachlesen)

Um die Kampagne gemeinsam einen Schritt voran zu bringen, laden wir euch herzlich zu antifascst action!-Regionaltreffen in München, Mannheim, Tübingen, Karlsruhe, Villingen-Schwenningen und Stuttgart ein. Auf diesen Treffen gibt es die Möglichkeit die Kampagne kennen zu lernen, Fragen zu stellen und auch zu diskutieren. Anschließend wollen wir gemeinsam planen wie wir, vor allem mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst praktisch antifaschistisch aktiv werden wollen!

Wir freuen uns, so viele wie möglich von euch bei den Regionaltreffen zu sehen! Denn die Kampagne ist am Ende genau das, was wir gemeinsam aus ihr machen. Alle zusammen gegen den Faschismus!
Bei allen Treffen gelten notwendige Hygienemaßnahmen, also kommt bitte mit Maske, lasst euch wenn möglich testen und bleibt zu Hause, wenn ihr euch krank fühlt!

Regionaltreffen Mannheim:
Sonntag, 13. Juni
Anmeldung unter antifaaufbaumannheim@riseup.net

[VIDEO] Keine Stimme den Rechten! Transpi-Aktionen in Mannheim



VIDEO-LINK:
https://vimeo.com/523222219

Am Sonntag den 14.03. steht die Landtagswahl in Baden-Württemberg an. Besonders im Mannheimer Norden wird es spannend, da es hier bei den letzten Landtagswahlen einen AfD-Direktkandidaten gab, das gilt es für 2021 natürlich zu verhindern. Warum es so wichtig ist, gegen den Wahlkampf der AfD aktiv zu werden & warum die AfD keine Lösungen bietet, haben wir in unserem Text „Keine Lösungen. Keine Alternative“ bereits ausführlicher dargelegt. Den Abend von Freitag auf Samstag vor der Wahl haben Antifas aus Mannheim genutzt, um das nochmal plakativ im Mannheimer Norden deutlich zu machen.

Die vergangenen Wochen im Südwesten Deutschlands waren im Rahmen der Kampagne „Antifascist Actions! Gegen rechte Krisenlösungen“ von vielfältigem Widerstand gegen den rechten Wahlkampf geprägt. Auch die Mannheimer Antifa-Bewegung hat sich der Kampagne angeschlossen & war auf verschiedenen Ebenen aktiv: Es wurde das Stadtbild mit antifaschistischen Plakaten, Stickern und Transparenten verschönert, Infomaterialien gegen die AfD verteilt, direkter Protest im Umland organisiert und fleißig AfD-Propaganda zerstört. Natürlich musste sowohl die AfD als auch wir unseren Wahlkampf an die besonderen Gegebenheiten in der Corona-Pandemie anpassen, so kam es z.B. dass die AfD in Mannheim so gut wie keine Präsenz im öffentlichen Raum gezeigt hat.
Dementsprechend mussten auch wir unseren Fokus verlagern, dass die AfD Mannheim auf Social Media über den Verlust von 80 % Ihrer Wahlwerbung klagt hat jedoch gezeigt, dass die Mühen sich gelohnt haben, auch wenn die Zahl natürlich schwer prüfbar ist und die AfD auch gerne übertreibt.

Nun wurden von Freitag auf Samstag vor der Wahl noch schwer entfernbare „Hoch“-Transpis im Mannheimer Norden angebracht. Mit dem Slogan „Keine Stimme den Rechten“ wurde nochmal eine eindrückliche Botschaft hinterlassen – die es am Wahlsonntag auch umzusetzen gilt!

Die Fotos und Videos der Aktion wurden uns zugespielt und wir freuen uns diese hier zu veröffentlichen. (Video folgt!) Auch wenn Corona uns in unserem Handlungsspielraum einschränkt gibt es viele Möglichkeiten gegen den rechten Wahlkampf aktiv zu werden. Das hat die Kampagne „Antifascist Actions!“ sehr deutlich gezeigt. Auch nach der Landtagswahl wird der Kampf gegen die AfD weitergehen.
Bringt euch ein & werdet aktiv. Keine Stimme den Rechten!

Mehr Infos zur Kampagne: https://antifa-kampagne.info/

Mannheimer Zugtreffpunkt zur Demo in Stuttgart am 20.03.

Zugtreffpunkt aus Mannheim zur Demo in Stuttgart am 20.03.
11.15 Uhr – MA HBF

Hier der Aufruf aus Stuttgart:
Praktisch im Wochentakt werden zur Zeit faschistische Netzwerke aufgedeckt, nicht wenige davon mit Verbindungen zu Militär, Polizei und Verfassungsschutz. Größere Waffenfunde und Todeslisten inklusive. Gleichzeitig erlebt der Rechtsterrorismus mit den Anschlägen in Hanau, Halle und Kassel einen lange nicht dagewesenen Aufschwung. Politisch wird diese Entwicklung mal mehr oder weniger offen von der AfD wohlwollend begleitet. Die rechte Hetze der blauen Politiker ist der Nährboden, auf dem andere zur Tat schreiten. Und im Zuge der aktuellen Krise tummeln sich bei Veranstaltungen der selbsternannten „Querdenker“ Verschwörungstheoretiker*innen und andere Rechte massenhaft auf den Straßen der Republik.
Kurz: Die gesellschaftliche Rechtsentwicklung ist sicht- und greifbar wie lange nicht. Grund genug zu handeln.

Doch, zumindest auf institutioneller Ebene, passiert das genaue Gegenteil: In den Innenministerien wird lieber über Verbote linker Gruppen diskutiert, die Mörder von Hanau, Kassel und Halle werden zu verwirrten Einzeltätern gemacht, antifaschistische Proteste werden kriminalisiert und mit der Gleichsetzung von Rechts und Links wird die faschistische Menschenverachtung relativiert.
In der Konsequenz hofiert der Staat eher die Rechten als dass er sie bekämft. Diese Erkenntnis ist nicht neu, bestätigt aber ein weiteres Mal die Notwendigkeit eines selbstorganisierten, verantwortlichen Antifaschismus. Und so ist es die antifaschistische Bewegung, die sich aktuell der Rechtsentwicklung konsequent entgegenstellt und vielschichtigen Widerstand sowie Selbstverteidigung gegen die Angriffe von Rechts organisiert. Dazu gehören gesellschaftliche Aufklärungsarbeit, Straßenproteste gegen rechte Veranstaltungen und Bündnisarbeit mit anderen Kräften. Notwendiger Teil eines effektiven Antifaschismus ist aber auch die offensive Zurückdrängen und somit die direkte Konfrontation der Faschist*innen.

Für genau solches, konsequentes Handeln soll den Antifaschisten Jo und Dy im Frühjahr 2021 in Stuttgart der Prozess gemacht werden. Beiden wird vorgeworfen an einem Angriff auf Nazis der rechten Scheingewerkschaft „Zentrum Automobil“ am Rande einer Querdenken-Demo in Stuttgart beteiligt gewesen zu sein, bei dem einige Nazis zum Teil schwer verletzt wurden.
Mehrere Woche nach der Auseinandersetzung begann eine Welle der Repression gegen die antifaschistische Bewegung in Baden-Württemberg. Es folgten zehn Hausdurchsuchungen, offene Observationen sowie staatsanwaltschaftliche Zeug*innenvorladungen. Jo und Dy wurden festgenommen und in U-Haft gesteckt. Während Jo nach sechs Monaten die JVA verlassen konnte, sitzt Dy weiter hinter Gittern.
Das Stuttgarter Verfahren ist nicht der einzige Angriff der Behörden auf die linke Bewegung im letzten Jahr. So wurde beispielsweise in Leipzig die Antifaschistin Lina ebenfalls wegen Angriffen auf Neonazis festgenommen und in den Knast gesteckt. Auch sie sitzt noch immer.

Die Behörden reagieren nicht ohne Grund mit Härte: Das direkte Infragestellen des staatlichen Gewaltmonopols durch eine organisierte antifaschistische Bewegung ist dem Staat ein Dorn im Auge. Schließlich beschleunigt die Corona-Pandemie die kapitalistische Krisenentwicklung und schafft damit eine Situation, in der der Staat gezwungen ist die Macht- und Eigentumsverhältnisse noch stärker zu schützen. Der präventive Schlag nach links ist da nur folgerichtig und soll eine antikapitalistische, selbstorganisierte Bewegung von vorne herein delegitimieren und schwächen.

Auch wenn die direkte Repression scheinbar nur Einzelne betrifft, ist sie ein Angriff auf die gesamte Bewegung, der wir uns kollektiv entgegenstellen müssen. Vor Gericht stehen Jo und Dy, angeklagt ist der entschiedene Kampf gegen die Gefahr von Rechts. Genau deswegen stehen wir als Bewegung spektrenübergreifend solidarisch zusammen.

Und: Wir lassen uns von den staatlichen Angriffen nicht einschüchtern und kämpfen weiter. Selbstbestimmter Antifaschismus ist in Zeiten von rechten Mordanschlägen und staatlicher Verstrickungen in rechte Netzwerke nicht nur legitim sondern schlicht und ergreifend lebensnotwendig!
Im Rahmen des Prozessauftaktes gegen Jo und Dy und im Kontext des Tags der politischen Gefangenen rufen wir deswegen zu einer überregionalen Demonstration auf.

Für einen konsequenten Antifaschismus!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Freiheit für Dy und Lina!

Kommt am 20.März 2021 zur überregionalen Demo nach Stuttgart.
Achtet auf die sinnvollen Hygieneregeln und bringt Masken mit.

----

Mehr Infos: notwendig.org

Keine Lösungen. Keine Alternative.


Die AfD als oppositionelle Kraft? Ein Einordnungsversuch aus Mannheim

Ein „Superwahljahr“ mit sechs Landtags- und der Bundestagswahl steht an und das mitten in einer Pandemie, die uns wieder einmal gezeigt hat, dass die herrschenden, kapitalistischen Verhältnisse die Folgen von Krisen genau so ungerecht verteilen, wie den erarbeiteten Wohlstand. Während verhältnismäßig wenige davon profitieren, verschärft sich für ein Großteil der Bevölkerung die Sorge um ihren Arbeitsplatz, ihre Wohnung oder die Gesundheit ihrer Familien. Vor allem rechte Parteien versuchen diese Ängste in Krisenzeiten noch stärker für ihre Zwecke zu nutzen, sind dabei aber kaum an den wirklich Betroffenen oder an Lösungen grundlegender Probleme interessiert, da sie die Existenzängste der Menschen lediglich für ihre Agenda brauchen.

Im Rahmen der Kampagne „antifascist action! Gegen rechte Krisenlösungen“ richten wir unseren Fokus auf die AfD, da sie als parteilicher Arm von Rassist*innen und Faschist*innen derzeit das größte Potential bietet, auf parlamentarischer Ebene an Einfluss zu gelangen. Die Entwicklung in den vergangen Jahren ließ immer deutlicher werden, wie tief verankert rechte Ideologien in der Partei sind und dass der äußerst rechte „Flügel“ auch vor seiner Auflösung keine Randbewegung innerhalb der Partei war, sondern die eigentliche Triebkraft darstellte. Spätestens jetzt kann sich kein*e Wähler*in mehr darauf zurückziehen die AfD trotz ihrer rechten Programmatik zu wählen, sondern es muss davon ausgegangen werden, dass es gerade wegen dieser geschieht. Demzufolge haben wir es nicht wirklich mit vermeintlichen Protestwähler*innen zu tun, sondern es zeigt sich darin die Verankerung rechter Einstellungen in der Gesellschaft, die aus antifaschistischer Sicht unbedingt offen gelegt werden muss. Aus diesem Grund wollen wir uns für die anstehenden Wahlen anschauen, wie sich die rechte Programmatik der AfD vor Ort, in Mannheim und Umgebung, darstellt.

[…]

Weiterlesen


Den Text als DIN A4 schwarz/weiß Version zum Ausdrucken gibt es hier.

Der Text wurde im Rahmen der antifascist actions Kampagne veröffentlicht.
Zur Website der Kampagne: antifa-kampagne.info




[link rel="shortcut icon" href="http://antifaaufbauma.blogsport.de/images/ef61812d7c86432980a79f4246cc816b16.ico" ]